Die wichtigsten Erkenntnisse aus unserem letzten Play!Book Webinar zu KI

Die wichtigsten Erkenntnisse aus unserem letzten Play!Book Webinar zu KI

KI ist da

Sie steht auf jeder Konferenzagenda, branchenübergreifend – und ist wahrscheinlich schon Teil des Schulalltags, auch wenn niemand es offiziell ein "KI-Projekt" genannt hat.

Wir nutzen sie, um Elternbriefe in Sekunden zu übersetzen, E-Mails zu entwerfen – oder einen Schritt weiter zu gehen und zu prüfen, was sie für Planung, Kommunikation und Entscheidungen bedeuten kann.

Einige sind neugierig. Andere sind vorsichtig. Die meisten bewegen sich irgendwo dazwischen.

Für Musikschulen ist KI längst kein fernes Zukunftsthema mehr. Sie wird Teil des digitalen Alltags – so wie es Online-Anmeldung, digitale Kommunikation und automatisierte Abläufe einst wurden.

Die Frage lautet also nicht mehr: Sollen wir uns mit KI beschäftigen?

Die bessere Frage lautet: Wie geben wir ihr eine Richtung, damit sie unsere Schulen, Menschen und Werte unterstützt?

Genau das war der Ausgangspunkt für unser jüngstes SpeedAdmin Webinar mit dem KI-Berater Magnus Elgaard Petersen.

Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse – übersetzt in den Alltag von Musikschulen.


Fünf Erkenntnisse für Leitungen vonMusikschulen

1. .KI ist bereits Teil des Alltags –jetzt braucht sie Richtung.

Viele haben KI bereits ausprobiert. Manche nutzen sie, um E-Mails umzuformulieren, Texte zu übersetzen, Dokumente zusammenzufassen oder einen Einstieg zu finden, wenn das leere Blatt zurückblickt.

Das ist ein guter Anfang.

2. Bei den Aufgaben beginnen, die Zeit kosten –nicht bei den Werkzeugen, die am lautesten sind.

KI kann viele beeindruckende Dinge. Manches ist kreativ, manches technisch, manches vor allem unterhaltsam.

Doch für Musikschulen ist der nützlichste Ausgangspunkt oft viel einfacher:

Wo verlieren wir Zeit durch wiederkehrende Arbeit?

Elternbriefe, Übersetzungen, Sitzungsprotokolle, FAQs, interne Richtlinien, Lehrkräfte-Informationen, Kursbeschreibungen, Förderanträge und Entwürfe für Leitlinien sind gute Beispiele.

Werkzeuge wie NotebookLM können sinnvoll sein, wenn Schulen mit großen Informationsmengen arbeiten müssen. Ein langes Dokument lässt sich zusammenfassen, in eine Audio-Erklärung verwandeln, in einen Lernleitfaden umwandeln oder an unterschiedliche Lernbedürfnisse anpassen. Manche Schüler:innen verstehen am besten beim Zuhören. Andere brauchen eine klarere Struktur oder einen visuelleren Überblick.

Für Alltagsaufgaben können Werkzeuge wie ChatGPT, Claude, Le Chat, Perplexity oder Copilot helfen, Ideen zu strukturieren, Aufgaben zu ordnen, erste Entwürfe zu erstellen oder grobe Notizen in etwas Brauchbares zu verwandeln.

Genau hier wird KI relevant: nicht als spektakuläres, sondern als praktisches Werkzeug.

Sie kann das tägliche Verwaltungsrauschen rund um die Schule reduzieren.

3. Prompting wird zu einer praktischenArbeitskompetenz.

Gute KI-Ergebnisse entstehen nicht durch Zauberei. Sie entstehen, wenn Menschen lernen, klare Anweisungen zu geben.

Je besser der Kontext, desto besser das Ergebnis. Garbage in – garbage out.

A person smiling at the cameraAI-generated content may be incorrect.
Magnus Elgaard Petersen, KI Berater und Gründer von 2ai


"Man stelle sich KI wie einen sehr unerfahrenen Praktikant vor. Wer vage ist, bekommt vage Ergebnisse. Wer konkret ist und Kontext liefert, bekommt deutlich bessere Resultate."

Prompting heißt im Grunde, mit der KI zu sprechen. Es geht aber nicht nur darum, Fragen zu stellen. Es ist die Brücke zwischen menschlicher Absicht und KI-Fähigkeit.

Einige zusätzliche Punkte, die man beim Prompten bedenken sollte, damit das Ergebnis nicht generisch bleibt:

• Für wen ist der Text bestimmt?

• Was soll er den Lesenden verständlich machen?

• Soll der Ton formell, freundlich, kurz, beruhigend oder praktisch sein?

• Welche Informationen müssen enthalten sein?

• Was sollte vermieden werden?

Denn Mitarbeitende, die wissen, wie sie KI richtig briefen, sparen mehr Zeit, erzielen bessere Ergebnisse und fühlen sich beim Einsatz der Werkzeuge sicherer.

4. Datensicherheit ist eine Frage der Richtlinien – nicht der Panik.

KI wirft wichtige Fragen zum Datenschutz auf, gerade in Schulen, die mit Kindern, Familien, Zahlungen und persönlichen Daten arbeiten.

Magnus brachte einige klare Beispiele und Erklärungen mit.

Ein wichtiges Beispiel ist der US Cloud Act. Er bedeutet, dass US-Behörden unter bestimmten Voraussetzungen Zugriff auf Daten von amerikanischen Technologieunternehmen verlangen können – auch wenn die Daten auf Servern in Europa gespeichert sind. Das betrifft nicht nur KI. Es gilt für viele Cloud-Dienste, die Schulen bereits nutzen.

Deshalb sind Vereinbarungen wichtig.

Ein Auftragsverarbeitungsvertrag – oder DPA (Data Processing Agreement) – ist die Vereinbarung, die regelt, wie ein Anbieter Ihre Daten verarbeiten darf, wie lange sie gespeichert werden und ob sie zum Training von KI-Modellen verwendet werden dürfen. Viele Schulen haben eine solche Vereinbarung bereits mit Anbietern, die sie täglich nutzen – das Microsoft-Paket ist ein gutes Beispiel.

Die Frage lautet also nicht nur: Welches KI-Werkzeug nutzen wir?

Sondern auch: Nutzen wir es unter der richtigen Vereinbarung UND mit den richtigen Einstellungen?

In vielen KI-Werkzeugen lässt sich abschalten, dass Eingaben zum Training oder zur Verbesserung des Modells verwendet werden. In manchen Fällen ist das auch in der kostenlosen Version möglich. Aber meist muss man dafür aktiv in die Einstellungen gehen und die Funktion deaktivieren. Deshalb brauchen Schulen klare Leitlinien, damit Mitarbeitende nicht einfach mit Standardeinstellungen starten, die für Schuldaten unter Umständen ungeeignet sind.

5.Lasse die KI tun, worin sie gut ist. Bewahrt das Menschliche dort, wo es am wichtigsten ist.

KI kann unterstützen, strukturieren, übersetzen, zusammenfassen, Entwürfe erstellen und Vorschläge machen. Sie kann wiederkehrende Arbeit reduzieren und Informationen leichter zugänglich machen.

Das ist wertvoll.

Wie Magnus es ausdrückte: "KI ist ein Werkzeug – kein Ersatz für menschliches Urteilsvermögen." Doch kein Algorithmus kann die menschliche Nähe ersetzen, die im Herzen der Musikausbildung steht.

Sie sieht nicht die nervöse Schülerin vor dem Konzert. Sie spürt nicht den kleinen Durchbruch in einer Unterrichtsstunde. Sie kann ein Kind nicht auf genau die richtige Weise ermutigen. Sie kann kein Vertrauen zu einer Familie aufbauen oder die Kultur einer örtlichen Schule verstehen.

KI sollte den Menschen helfen, weniger Zeit für wiederkehrende Aufgaben aufzuwenden – und mehr Zeit für die Momente, die wirklich menschliches Urteilsvermögen, Kreativität und Fürsorge brauchen.

KI wird sich weiterentwickeln, und neue Werkzeuge werden kommen und gehen. Doch die Fähigkeit, KI zu verstehen, zu lenken und gut einzusetzen, wird zu einem wichtigen Vorteil für Schulen.

Zugleich bleibt das Herz der Musikausbildung dasselbe: Menschen, die anderen Menschen helfen zu wachsen. Schulen, die KI mit Absicht einsetzen, werden nicht weniger menschlich. Sie schaffen mehr Zeit und Raum für die menschliche Arbeit, die am meisten zählt.



Siehe das ganze Webinar hier.

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